Neues ÖPP-Modell in der Abfallwirtschaft in Schleswig Holstein - Kreis Steinburg schließt Vergabeverfahren erfolgreich ab

In einem Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb hat der Kreis Steinburg erfolgreich Abfalllogistikleistungen in Verbindung mit einem Anteil an einer gemeinsamen Gesellschaft vergeben.

Der rund 132.000 Einwohner umfassende Kreis Steinburg liegt in Schleswig-Holstein in der Metropolregion Hamburg. Zentrale Leistungsinhalte des vergebenen Auftrags sind die Einsammlung von Restabfall, Bioabfall und Papier, Pappe, Kartonagen (PPK) sowie Sperrmüll und E-Schrott jeweils im Kreisgebiet. Der Auftrag hat eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren ab dem 01.04.2021, zudem sind zwei Verlängerungsoptionen von je 5 Jahren angelegt. ECONUM unterstützte den Kreis Steinburg beratend, beginnend mit grundlegenden organisatorischen Vorüberlegungen bis zur Konzeption, Vorbereitung und Durchführung des europaweiten Verhandlungsverfahrens.

Der Konzeption der ÖPP-Ausschreibung ging eine Organisationsuntersuchung voraus, in der zunächst alternative Organisationsmodelle zur zukünftigen Umsetzung der o.g. Logistikinhalte, unter anderem die Realisierbarkeit einer interkommunalen Kooperation mit benachbarten Kreisen analysiert wurden.

Der darauffolgenden politischen Beschlusslage entsprechend wurden im Anschluss die Eckpunkte des ÖPP-Verfahrens konzipiert. Übergeordnete Ziele waren die Sicherstellung der Entsorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung. Mit der Festlegung auf das ÖPP-Modell sollen zudem u.a. das Ziel eines Know-how-Aufbaus beim Kreis und eines besseren Einflusses auf die operative Leistungserbringen erreicht werden. Die vertraglich verankerten Endschaftsregelungen halten dem Kreis für die Zeit nach der ÖPP alle Handlungsoptionen von einer vollständigen Rekommunalisierung bis hin zu einer reinen Dienstleistungsvergabe offen.

Im Zusammenhang mit der organisatorischen Neuausrichtung wurden auch Anpassungen des Einsammelsystems, insbesondere die Abschaffung der Restabfallsammlung mit Säcken sowie die Einführung eines Ident-/Telematiksystems, anhand einer erprobten Methodik (ECONUM-Soll-Kosten-Methode) wirtschaftlich betrachtet und anschließend im Verfahren berücksichtigt.

Wesentliche Ziele des Vergabemanagements waren für den Kreis Steinburg neben der Wirtschaftlichkeit der Beschaffung insbesondere eine sozial gerechte Vergütung der Fahrer und Lader, eine umweltschonende Leistungserbringung und ein solides Organisationskonzept für die gemeinsame Gesellschaft, das die Entsorgungssicherheit über den gesamten Leistungszeitraum sicherstellt. Zur Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebotes wurden deshalb neben dem Preis auch qualitative Faktoren in die Bewertung einbezogen: So konnten die Bieter ihre Platzierung beispielsweise durch die Zusicherung einer höheren Mindestvergütung für das Logistikpersonal, mithilfe einer hohen Energieeffizienz ihrer Fahrzeugflotte oder durch eine ausgewogene Risikoverteilung im Verhandlungsergebnis zum Vertragswerk verbessern.

Das bezuschlagte Angebot zeichnet sich u.a. durch die vollständige Umsetzung der Ziele des Kreises bei einem hohen Wertschöpfungsanteil innerhalb der gemeinsamen Gesellschaft aus.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an Herrn Thomas Meier unter

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Link zur Internetseite des Kreis Steinburg: https://www.steinburg.de/startseite/presse-aktuelles/meldungen/details/tx_news/privater-partner-fuer-die-abfallentsorgung-gefunden.html

 

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