ECONUM Studie: Den Puls gefühlt

Am 06. Februar wurden die Ergebnisse der Studie zur Medizintechnik in Deutschland vorgestellt. Experten vertieften die Themen Regulatorik und Innovation durch Vernetzung in Vorträgen und einer Podiumsdiskussion auf der Veranstaltung in Tübingen.

Was beschäftigt die mittelständischen Medizintechnikunternehmen in Deutschland? Diese Frage haben die ECONUM Unternehmensberatung GmbH und der Verein zur Förderung der Biotechnologie und Medizintechnik gestellt. In einer gemeinsamen Studie wurden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Branchenexperten befragt und interviewt.
Die Befragung zeigte, dass Innovationsdruck, Digitalisierung und demografische Entwicklung positive Trends im Medizintechnikmarkt mit sich bringen werden. Die positiven Aussichten werden getrübt durch steigende regulatorische Anforderungen sowie steigende Entwicklungskosten und allgemeinen Kostendruck in der Branche. Dennoch bleiben die Unternehmen optimistisch. Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Finanzkraft gelten als zukünftige Erfolgsfaktoren. Dies erfordert offensive, strategische Maßnahmen der Unternehmen.
Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Veranstaltung am 6. Februar 2018 im Universitätsklinikum Tübingen vorgestellt und diskutiert. „Die Zukunft der Medizintechnik ist spannend, innovativ aber auch herausfordernd “, fasste Carsten Lehberg, Autor der Studie, zusammen.

Inhaltlich wurden die meistgenannten Themen in Vorträgen mit anschließenden Fragerunden vertieft. Frau Dr. Hofman-Hüther, Eurofins, referierte zu den Anforderungen der regulatorischen Anpassungen und den daraus entstehenden Herausforderungen. Prof. Dr. Stenzl, Universitätsklinikum Tübingen, erläuterte die Innovationspotenziale durch die Vernetzung und Zusammenarbeit von Industrie und Forschung.

Durch die neuen regulatorischen Richtlinien wird bisher das Was geklärt, nicht aber das Wie.“, erklärte Frau Dr. Hofman-Hüther. Insbesondere die neuen Verfahrensbewertungen wie der Anspruch an in vitro Tests werden im Ausland anders priorisiert. Die Innovationen wandern ab. Dies bestätigte auch Herr Prof. Stenzl: „Für die Anzahl an angemeldeten Patenten ist der erzielte Umsatz in Deutschland verhältnismäßig gering.“ Die leistungsstarke Medizintechnik wird maßgeblich durch die sich ändernden Rahmenbedingungen beeinflusst. Dies wird jedoch auch als Chance wahrgenommen und als Möglichkeit, neue Wege zu gehen.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion. Die Experten aus den Vorträgen sowie Frau Spatscheck, SHS Beteiligungsmanagement, und  Herr Dr. Irion, KARL STORZ, standen dem Moderator Dr. Eichenberg, BioRegioSTERN, sowie dem Publikum Rede und Antwort.

Bei einem Imbiss wurde die Studie diskutiert, Kontakte geknüpft und angeregte Gespräche zu dem Wandel geführt, den die Medizintechnikbranche erwartet. Auch wenn die Vielzahl an Medizintechnikunternehmen in Deutschland ausgedünnt wird, bleibt Deutschland ein ernstzunehmender Wettbewerber auf dem internationalen Markt.

Autor: Carsten Lehberg
Partner ECONUM Unternehmensberatung GmbH

Anfrage der Studie unter: info(at)econum.de